Wackersberger Sternenhimmel

Das besondere Bild

                                         Flaschenpost der Menschheit - 40 Jahre Pioneer 10

Am 2.März 1972 wurde diese Nachricht an Bord der Jupitersonde Pioneer 10 auf ihre Reise in die Unendlichkeit gestartet. Seit dem Vorbeiflug am Jupiter im Dezember 1973 ist die Sonde auf dem Weg zu den Sternen, das heißt sie wird das Schwerkraftfeld unseres Sonnensystems für immer verlassen. Das war der Grund warum diese Botschaft, graviert auf einer 15x23cm großen, vergoldeten Aluplatte, an der Raumsonde angebracht wurde. Sie wurde innerhalb von nur drei Wochen von dem leider viel zu früh verstorbenen US-Astronomen Dr. Carl Sagan und dem Pionier der Erforschung außerirdischen Lebens, Dr. Frank Drake, verwirklicht, nachdem die Idee dazu an sie herangetragen wurde. Die Symbole auf der Plakette sollen es einer technischen Intelligenz ermöglichen, Rückschlüsse über Herkunft, Flugzeit, Aussehen und Größe der Absender zu ziehen. Sollte die Sonde also in vielen Millionen von Jahren irgendwo in einem fernen Sonnensystem abgefangen werden, dann würden sich technisch intelligente Lebewesen eventuell, so wie wir auch beim Fund einer Flaschenpost,  als erstes die Frage stellen: Woher kommt sie?

Gegenwärtig befindet sich Pioneer 10 in einer Entfernung von 15 Milliarden Kilometern und entfernt sich mit 12 Kilometern pro Sekunde von uns in Richtung des Sterns Aldebaran im Sternbild Stier. Dessen Entfernung von ca. 67 Lichtjahren wird sie in rund 2 Millionen Jahren erreicht haben. Auf der Fotomontage zeigt der gebogene Pfeil auf die Gegend im Sternbild Stier, dort wo sich Pioneer 10 gegenwärtig befindet. Aldebaran ist der helle, gelb-rötliche Stern rechts unten.

                                                            Wackersberg im Lauf der Zeit

 

Bei diesen Strichen am Nachthimmel handelt es sich weder um Sternschnuppen, Schneefall oder ähnliches. Alle dieser Strichspuren stammen von Sternen!  Unser Planet dreht sich in rund 24 Stunden einmal um seine eigene Achse, das läßt alle Himmelsobjekte von Ost nach West über den Himmel wandern. Diese Aufnahme zeigt Wackersberg bei einer Belichtung von 60 Minuten mit den, durch die Erddrehung, am Himmel von Ost nach West "wandernden" Sternen. Das linke Ende der Strichspur zeigt die Sternposition am Anfang, das rechte Ende die Sternposition zum Ende der einstündigen Dauerbelichtung.

                                                                Lichtspuren am Himmel

 

Auch wer nur gelegentlich zum Sternenhimmel schaut hat sie schon gesehen, die sich bewegenden Lichter am Nachthimmel. Die einen blinken, andere ziehen wie ein Stern langsam über den Himmel und dann gibt es da noch die plötzlich viel heller als die Sterne aufleuchtenden Erscheinungen, die innerhalb einer Minute auch wieder verlöschen.

Bei den "Blinkern" handelt es sich natürlich um Flugzeuge. Die sich langsam bewegenden "Sterne" sind Satelliten in der Erdumlaufbahn, die durch das reflektierte Sonnenlicht zu sehen sind. Das hellste dieser Objekte ist wegen iher Größe die Internationale Raumstation ISS, die in rund 1,5 Stunden die Erde umkreist. Sie erreicht oft die Helligkeit des Planeten Venus oder des Jupiters. Besonders gut läßt sich an der ISS der Eintritt in den Erdschatten beobachten, wenn ihre Helligkeit schwächer wird bis sie schließlich gar nicht mehr zu sehen ist. Die kurzzeitig aufleuchtenden Erscheinungen werden von den stark reflektierenden Antennenflächen der Iridium-Satelliten verursacht, die praktisch wie ein Spiegel in der Umlaufbahn bei entsprechendem Ein- und Ausfallwinkel das Sonnenlicht zu uns reflektieren.

                                                     Ein tiefer Blick in unser Sonnensystem


Die Marktstraße von Bad Tölz war der Standort für dieses Foto. Im Vordergrund zeigt es das Denkmal des Ritters Kaspar Winzerer, gerade einmal 30 Meter von der Kamera entfernt. Nicht zu übersehen, gleich rechts daneben, der Planet Jupiter mit seinen vier hellsten Monden. Leicht links oberhalb von Jupiter ist auch noch der viel fernere Planet Uranus als schwaches Lichtpünkchen zu sehen. Dieses Foto mit einem 300mm Teleobjektiv war im September 2010 möglich, da zu der Zeit Jupiter auf der inneren Umlaufbahn den Uranus überholte. Jupiter befand sich in "nur" 30 Lichtminuten, Uranus dagegen in 2,5 Lichtstunden Entfernung. In irdischeren Werten ausgedrückt waren das dann 540 Millionen Kilometer für den Jupiter und 2,7 Milliarden Kilometer für den Uranus die das von den beiden Planeten reflektierte Sonnenlicht zurücklegte um von der Kamera festgehalten zu werden.

                                                                  Heimat in der Galaxies


Schauen wir in einer klaren, mondlosen Sommernacht auf dem Land in Richtung Süden, dann sehen wir am Himmel den Lichtschimmer von Millionen von Sternen konzentriert in einem wolkenartigen Lichterband das wir Milchstraße nennen. Dicht über dem Horizont erkennen wir die diskusförmige Verdickung des Zentralbereiches unserer Galaxis. Das eigentliche Zentrum unserer Galaxie (gekennzeichnet mit dem x), befindet sich in rund 26000 Lichtjahren Entfernung, verborgen hinter Sternen, Gas und Staub. Nach neueren Forschungen befindet sich dort ein Massezentrum in Form eines Schwarzen Loches mit etwa drei Millionen Sonnenmassen. Um diesen für uns unsichtbaren aber markanten Mittelpunkt dreht sich alles was zu unserer Spiralgalaxie gehört. So benötigt unsere Sonne mit ihren Planeten für eine Umrundung des Zentrums rund 220 Millionen Jahre und das bei einer Geschwindigkeit von 220 Kilometern pro Sekunde!

Das Foto zeigt das Zentrum zwischen den Bergen Brauneck (links) und Benediktenwand (rechts).

                                                                        Ikarus heute


Bei dem ständig zunehmenden Flugverkehr wird es immer wahrscheinlicher, dass ein Beobachtungs- bzw. Fotoobjekt während der Beobachtung von einem Flugzeug durchquert wird. So wie auf diesem Bild, als ein Passagier-Jet vor der Sonne vorbeiflog. Was zeigt uns dieses Foto? Das Flugzeug sehen wir als Silhouette vor einem riesigen Gasball mit einem Durchmesser von rund 1,4  Millionen Kilometern. Dieser Gasball ist von uns 150 Millionen Kilometer entfernt, hat an der Oberfläche eine Temperatur von 6000 Grad und im Zentrum 15 Millionen Grad. Wie in den meisten Sternen ist die Quelle dieser schier unerschöpflichen Energie die Verschmelzung von Wasserstoff zu Helium. Die Flecken auf unserem Stern entstehen durch Magnetfelder welche den Wärmefluß an die Oberfläche behindern. Die Temperatur in diesen Flecken beträgt zwar immer noch um die 4500 Grad, aber sie erscheinen wesentlich dunkler als die restliche Oberfläche.

 

Achtung: Sonnenbeobachtungen nur mit geeigneten Schutzfiltern !

Mondaufgang (Mensch und Natur) Mondaufgang (Mensch und Natur)

Lichtspuren am Nachthimmel